Internet = Google, Google = Internet. Diese Gleichung gilt schon seit Jahren. Das Internet als universaler Wissenspeicher wird fast immer über die Suchmaschine mit den bunten Buchstaben angezapft. Einfach Stichwort eingeben und meist hat man dann auch relevante Treffer. Ich persönlich gehe sogar oft so vor, dass meine Anfragen als Satz ausformuliere, in der Hoffnung, dass genügend relevante Suchbegriffe enthalten sind, die zu den gewünschten Ergebnissen führen.
Google enttäuscht die Hoffnung zumeist nicht und gibt einem die Illusion, ein intelligenter, dienstbarer Geist hätte die Suchanfrage bedient. Natürlich stecken jede menge intelligente Suchalgorithmen hinter der Technik, die von cleveren Programmierern und Mathematikern bei Google entwickelt wurden...dabei handelt es sich nicht um ein KI-System im Sinne einer schwachen oder gar starken KI. Zumindest noch nicht. In einem
Vortrag von 2007 bekräftigte Larry Page das Bestreben von Google, eine Suchmaschine mit Künstlicher Intelligenz zu bauen. Jetzt könnte der Suchmaschinengigant auf diesem Gebiet allerdings ernsthafte Konkurrenz bekommen.
Der britische Wissenschaftler Stephen Wolfram (Erfinder von Mathematica) plant eine neue Super-Suchmaschine namens
Wolfram Alpha (eine eher nüchterne 50er-Jahre-style Namensgebung im vergleich zu Google & Co.), die im Mai 2009 online gehen soll. Diese Suchmaschine bezeichnet Wolfram selbst als computational Knowledge Engine. Eine Maschine, die alle Fragen beantworten kann, die man ihr stellt und zwar in natürlicher Sprache. Ich vermute mal, mit natürlicher Sprache meinen die Entwickler erstmal Englisch, aber was ist mit Bayerisch
Die Antworten werden berechnet. Dabei wird die natürliche Sprache in Rechenaufgaben übersetzt, die anhand von Algorithmen und einer riesigen Datenbasis die Ergebnisse liefert. Bei den Daten selbst handelt es sich um sog. kurartierte Daten, die von den Mitarbeitern Wolframs
ausgewählt wurden.
Solche Ansätze mit manuell gefilterten Daten gab es früher schon bei den Webkatalogen wie Yahoo oder Web.de. Jedoch fehlte es hier zum einen an den ausgefeilten Suchmechanismen und zum anderen an genügend Daten. Schließlich muss für jedes Faktum von einem Menschen (quasi eine natürliche Intelligenz) die Bewertung vorgenommen werden, was aufwändig und kostenintensiv ist. Die Frage ist, wie Wolfram dieses Problem lösen will. Angeblich arbeitet ein Team von ca. 100 Mitarbeitern an diesem Projekt. Aber selbst 1.000 oder 10.000 Mitarbeiter dürften nicht reichen, um den Anspruch zu erfüllen, alle Fakten der Welt zusammenzutragen und zentral zu speichern.
Vielleicht kommt hier Nova Spivack ins Spiel. Er ist Unternehmer und Spezialist für das semantische Web. Sein Lösungsansatz basiert auf dem social Web. Spivack dürfte als bisher einer der Wenigen Wolfram Alpha testen und schreibt darüber auch in seinem
Blog. Ein "wikipedisiertes" Wolfram Alpha, bei dem die Inhalte von unzähligen User eingepflegt werden, könnte die Lösung sein um einen riesigen Wissenspeicher intelligent zu verstöpseln.
Wie schreibt Spivack in seinem Blog: "Wolfram Alpha is like plugging into a vast electronic brain". Klingt fast nach
Skynet von Cyberdyne Systems. Die Frage ist nur, welche Antwort gibt die neue Super-Suchmaschine auf die Frage nach dem Sinn des Lebens und des Universums?
Vermutlich 42
Weitere Links:
Blog von Stephen Wolfram
Software-Genie verspricht den Google-Killer (Spiegel Online)
Wikipedia Artikel zu KI